Die Blutegetherapie

Bei Hunden und Pferden zeigt die Blutegeltherapie sehr große Erfolge. Der Vorteil einer Blutegelbehandlung liegt darin, dass innere Organe wie Herz, Leber und Nieren nicht belastet werden. Daher eignet sich die Blutegeltherapie auch hervorragend für ältere Hunde. Hauptinhaltsstoffe der Blutegel:

  • Hirudin: 1884 von Hycraft entdeckt, blutgerinnungshemmend, Erhöhung der Aktivität weißer Blutkörperchen

  • Calin: seit ca. 10 Jahren bekannt, gerinnungshemmend, bewirkt Nachbluten, dadurch Reinigung der Wunde, sanfter Aderlass

  • Eglin: antiphlogistisch (antientzündlich)

  • Orgelase: Bakterizid, verstärkt den Blut- und Lymphstrom

  • Apyrase: Hemmung der Aggregation (Zusammenklumpen) von Thrombozyten

  • Histaminähnliche Substanz: Gefäßerweiterung um die Saugstelle

  • Weitere Substanzen: insgesamt sind z. Zt. mehr als 13 hochwirksame Komponenten des Wirkstoffcocktails im Blutegelspeichel bekannt, es sind aber vermutlich noch mehr.

 

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Bursitis (Schleimbeutelentzündung)

  • Abszess (abgekapselter Eiterherd)

  • Allgemeine Gelenkserkrankungen

  • alle Entzündungsprozesse

  • allgemeine Ausleitung und Entgiftung

  • Arthritis (entzündliche Gelenkserkrankung)

  • Arthrosen (Gelenkabnutzung ohne Entzündung)

  • Discophathie (Gelenks,- und Kapselverletzung)

  • Furunkel

  • Karbunkel (Eiterbeulen)

  • Gonarthrose (Kniegelenksarthrose)

  • Hüftgelenksdysplasie

  • lokale Pyodermien (Hauterkrankung)

  • Ödeme (Wasseransammlung)

  • Patellaluxation (Verschiebung der Kniescheibe)

  • Podotrochlose (Hufrollenerkrankung beim Pferd)

  • Hufrehe (akute Entzündung der Huflederhaut beim Pferd)

  • Schlecht heilende Wunden

  • Spat (Arthrose im Sprunggelenk beim Pferd)

  • Sehnenentzündungen

  • Schleimbeutelentzündung

  • Spondylose (Wirbelverkalkung)

  • Thrombosen

  • Gallen

  • Blutergüsse

  • Quetschungen

  • Diskopathie (Bandscheibenschäden)

 

Einsatzgebiete der Blutegeltherapie bei Hunden

  • Arthritis

  • Arthrose

  • Hüft- und Ellenbogengelenksdysplasie

  • Spondylose (insbesondere auch bei akuten Schüben)

  • Bandscheibenvorfälle (auch akut)

  • akute Sehnenentzündungen

  • schlecht heilende Wunden
     

Die Blutegeltherapie darf allerdings nicht bei allen Hunden angewendet werden. Im folgenden sind die Kontraindikationen einer Blutegelbehandlung aufgelistet:

  • Hunde unter 8 kg Körpergewicht

  • Diabetes

  • Blutarmut

  • Immunschwäche

  • Gerinnungsstörungen

  • Hunde, die blutverdünnende Medikamente erhalten

  • schwere Niereninsuffizienz

  • Tumore

 

Wirkungsweise einer Blutegeltherapie

  • Blutgerinnungshemmend

  • Entzündungshemmend

  • Schmerzlindernd

  • Immunisierend

  • Lymphstrombeschleunigend

  • Antithrombotisch
     

Die Wirkung einer Blutegeltherapie ist bei jedem Hund unterschiedlich. In vielen Fällen tritt die Wirkung unmittelbar nach der Behandlung ein, in anderen Fällen nach 24 - 48 Stunden. Bei akuten Prozessen reicht oftmals eine einzige Behandlung aus. Bei chronischen Erkrankungen sollte die Behandlung nach 2-3 Wochen wiederholt werden.

 

Vorteile der Blutegeltherapie

  • Innere Organe wie Leber, Niere und Herz werden nicht belastet, ideal für ältere und empfindliche Tiere

  • Verhältnismäßig günstig

  • Relativ schmerzarm

 

Nachteile der Blutegeltherapie

  • Ekelfaktor ist weiterhin bei vielen Menschen sehr hoch.

  • Der Patient muss so lange ruhig gestellt werden, bis der Blutegel fertig gesaugt hat, nur die wenigsten Tiere bleiben so lange ruhig liegen.

  • Bei leicht anämischen Tieren ist der Blutverlust zu berücksichtigen.

  • Blutegel werden nicht als Lebewesen sondern als Arzneimittel definiert und nach ihrem Einsatz getötet.
     

Was passiert, wenn der Blutegel beißt? Der Biss des Blutegels ist in der Regel für den Hund nicht sehr schmerzhaft. Einige Hunde zeigen durch Hautzuckungen an, das sich der Blutegel festgebissen hat. Der Blutegel gibt unmittelbar nach dem Biss seinen Speichel, die Saliva, ab. Der Speichel des Blutegels beinhaltet eine ganze Reihe wirksamer Stoffe, die die o.a. Vorgänge bewirken. Der Saugakt des Egels dauert meistens zwischen 30 - 60 Minuten ( kann aber auch mal länger dauern ). Wenn der Egel satt ist, fällt er einfach ab.

 

Ablauf einer Blutegelbehandlung

Wichtig ist, das Sie für eine Blutegelbehandlung ausreichend Zeit einplanen. Wie bereits erwähnt saugt der Egel 30-60 Minuten. Allerdings kann der Saugakt auch schonmal bis zu 2 Stunden betragen. Nachdem die Blutegel abgefallen sind, kommt es zu unterschiedlich starken Nachblutungen aus den Wunden. Die Nachblutungen gehören zur Therapie dazu und können beim Hund bis zu 12 Stunden dauern. Das Nachbluten darf keinesfalls unterbunden werden, es reinigt die Wunde und befreit sie von Keimen. Die Wunde wird anschließend steril abgedeckt, um zu verhindern, dass der Hund an der Wunde leckt. Nach der Behandlung kann sich der Hund frei bewegen, allerdings sollte sich der Hund am Tag der Behandlung ausruhen können. Idealerweise findet die Therapie am Vormittag statt, gerne auch am Wochenende, damit der Hund nicht unbeaufsichtigt ist.

 

Nebenwirkungen der Blutegeltherapie

Nach der Blutegeltherapie kommt im Bereich der Bisswunde zu einer leichten Schwellung, die mit Juckreiz einhergehen kann. Der Juckreiz kann sehr unangenehm sein und zum Kratzen veranlassen, dadurch steigt die Infektionsgefahr.

 

Vorbereitung einer Blutegeltherapie durch den Besitzer

Wichtig ist, dass mindestens 2 Tage vor der Behandlung der Hund nicht mit Shampoo gewaschen wird. Außerdem sollten keine Cremes oder Salben aufgetragen werden. Mindestens 7 Tage vor Therapiebeginn keine Spot-On Präparate oder Wurmkuren verwenden. Eine Sonderform der Blutegeltherapie ist die Hirodinopunktur. Dabei wird anstatt einer Akupunkturnadel ein Blutegel auf den Akupunkturpunkt gesetzt und so ein verstärkter Reiz durch die Kombination Akupunkturpunkt - Biss - Blutegelwirkstoffe in das umliegende Gewebe gegeben. Gute Behandlungserfolge erreicht man dadurch gerade bei Problemen des Bewegungsapparates. Schon vor 2.500 Jahren war die Behandlung mit Blutegeln (Hirudo medicinalis) Teil der Heilkunst. Römische und griechische Ärzte setzten Blutegel an. Im Mittelalter kam es auch in Nordeuropa zur Verbreitung der Therapie. Heute weiß man natürlich viel mehr über die Anwendungsmöglichkeiten und die Wirkungsweisen der Egeltherapie. Für viele Menschen ist der Blutegel ein unansehnliches, parasitäres Geschöpf, mit dem man möglichst nichts zu tun haben will. Bei näherer Betrachtung jedoch stellt man fest, dass es sich um ein ganz besonderes Tier handelt, das einem kranken Menschen oder Tier großen Nutzen bringen kann.

 

Kosten der Blutegeltherapie

Pro Egel: (Anzahlabhänig! Fragen Sie telefonisch nach. Je nach Größe und Anwendungsgebiet können bis zu 4 Egel verwendet werden).

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